Editionswissenschaft & Textkritik

 

Master Editionswissenschaft und Textkritik

Der Masterstudiengang „Editionswissenschaft und Textkritik“ mit dem entsprechenden Forschungsschwerpunkt beschäftigt sich in enger Zusammenarbeit von Lehrenden und Studierenden mit der Praxis der Quellenerschließung und der Grundlagenforschung; die Erkenntnisse werden anwendungsbezogen vermittelt. Besonderes Charakteristikum ist dabei, dass das anspruchsvolle Fachstudium die Mitwirkung an Heidelberger Editionsprojekten vorsieht. Der Masterstudiengang wurde am Germanistischen Seminar in Kooperation mit dem Historischen und dem Musikwissenschaftlichen Seminar der Universität Heidelberg eingerichtet.

Inhalte und Ziele

In der modernen Editionswissenschaft und Textkritik überkreuzen und konzentrieren sich verschiedene Tätigkeitsfelder geisteswissenschaftlicher Praxis. Als Grundlagenforschung erschließt und dokumentiert sie von alters her jene schriftlichen Traditionen, ohne deren reflektierte Aneignung keine Gegenwart ein befriedigendes Bewusstsein ihrer selbst zu erreichen vermag. So wirkt sie schon immer interdisziplinär mit den verschiedenen historisch orientierten Wissenschaften zusammen. Sofern ihre Grundbegriffe fächerübergreifend Verwendung finden (Text, Variante, Fassung, Befund, Deutung usw.), hat sie auch von Anfang an eine allgemeine theoretisch-begriffliche Komponente. Sie vermittelt durch ihre Arbeit aber zugleich auch Kenntnisse über die Funktionsweise von Archiven, über ältere und neuere Speichermedien, über die Vor- und Nachteile verschiedener Text- und Bildrepräsentationen. Die Integration all dieser Komponenten in den Studiengang ist bundesweit einmalig.

Der Studiengang, der im Winter- und Sommersemester begonnen werden kann, umfasst vier Semester (120 ECTS) und führt zum Abschluss „Master of Arts“ (MA). Zielgruppe sind Germanisten, Musikwissenschaftler und Historiker, die sich in der Erschließung und Darstellung überlieferter Dokumente schulen lassen wollen. Die Studierenden werden für eine berufliche Tätigkeit sowohl im engeren Bereich des universitären wie außeruniversitären Editionswesens qualifiziert, darüber hinaus auch für das weitere Beschäftigungsfeld von Institutionen, die mit der Erschließung und Beschreibung historischer Materialien zu tun haben (staatliche und private Archive, Museen, Ausstellungsveranstalter, Auktionshäuser etc.). Durch die Erfahrung mit verschiedenen Formen von Redaktions- und Publikationstechnik sollen die Studierenden in die Lage versetzt werden, auch in Verlagen und Presseorganen tätig zu sein.

Informations-Leporello als pdf

Curriculum

Laufende Editionsprojekte

Historisch-Kritische Brandenburger Kleist-Ausgabe (BKA)
www.textkritik.de/kleist/bka.htm

Historisch-Kritische Franz Kafka-Ausgabe (FKA)
www.textkritik.de/fka

TEXTkritische Beiträge (Fachzeitschrift)
www.textkritik.de/text/text.htm

Europa Humanistica (Prof. Kühlmann)
http://www.haw.baden-wuerttemberg.de/seiten/forschung/forschungsstellen/humanistica.php

Camena – Lateinische Texte der Frühen Neuzeit (Prof. Kühlmann)
http://www.uni-mannheim.de/mateo/camenahtdocs/camena.html

Edition der Lodzer Getto-Chronik und verwandter Texte aus dem Holocaust (Prof. Riecke)
http://www.holocaustliteratur.de/index.php?content=55&category=20

Bucers Deutsche Schriften (PD Dr. Wilhelmi)
http://www.adw.uni-heidelberg.de/bucer/index.php?active_menu=m_id1

Bewerbung

Für eine Bewerbung ist in der Regel Folgendes erforderlich:

  • mit überdurchschnittlichem Erfolg bestandener Bachelor-Abschluss (oder vergleichbarer Abschluss) in einer historischen Sprach-, Literatur oder Kulturwissenschaft (min. 2,0 bzw. ECTS-Grad B);
  • ausreichende Fremdsprachenkenntnisse in Englisch und Latein (obligatorisch für Studierende, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, sind Deutschkenntnisse auf dem Niveau der Studierfähigkeit);
  • ein Bewerbungsschreiben in deutscher Sprache, in dem die Beweggründe für die Wahl des Studiengangs erläutert werden.
  • Zulassungsantrag

Bewerbungsadresse:

Prof. Dr. Roland Reuß, Germanistisches Seminar der Universität
Heidelberg, Hauptstraße 207-209, 69117 Heidelberg
Roland.Reuss@urz.uni-heidelberg.de

 

Vorlesungsverzeichnis für das Sommersemester 2017

Master Editionswissenschaft

Basismodul I 1 – Vorlesung: Geschichte der Editionspraxis (4 LP)

Basismodul I 2 – Hauptseminar: Sprachhistorische Grundlagen des Editierens von älteren Texten (4 LP)

Basismodul I 3 – Hauptseminar: Sprachhistorische Grundlagen des Editierens von neueren Texten (4 LP)

Basismodul I 4 – Hauptseminar: Paläographie und Codicologie (4 LP)

Basismodul I 5 – Hauptseminar: Neuzeitliche Schrift- und Buchkunde (4 LP)

Basismodul II 1 – Vorlesung: Editionstheorie (4 LP)

Basismodul II 2 – Vorlesung/Hauptseminar: Literatur und Mediengeschichte (4 LP)

Basismodul II 3 – Hauptseminar: Textkritik älterer Texte (4 LP)

Basismodul II 4 – Hauptseminar: Textkritik neuerer Texte (4 LP)

Basismodul II 1 – Übung: Publikationsformen Faksimile, Satz und Druck (4 LP)

Basismodul III 1 – Hauptseminar: Editorische Praxis an älteren Texten (6 LP)

Basismodul III 2 – Hauptseminar: Editorische Praxis an neueren Texten (6 LP)

Ergänzungsmodul I – Alte und neue literarische Texte: HS Paläographie des Mittelalters sowie Handschriften- und Druckkunde der frühen Neuzeit (5 LP)

Ergänzungsmodul I – Alte und neue literarische Texte: HS Neuere Handschriftenkunde und Editionspraxis (5 LP)

Ergänzungsmodul II – Betriebswirtschaftliche und juristische Aspekte des Verlagswesens (5 LP)

Ergänzungsmodul II – Allgemeine Verlagskunde und Verlagsgeschichte (5 LP)

Ergänzungsmodul III – Neue Medien: Übung Präsentation und angewandtes Schreiben (5 LP)

Ergänzungsmodul III – Übung Neue Medien und digitale Bildverarbeitung (5 LP)

Ergänzungsmodul IV – Geschichte: Übung/Hauptseminar Historische Grundwissenschaften 1 (5 LP)

Ergänzungsmodul IV – Geschichte: Übung/Hauptseminar Historische Grundwissenschaften 2 (5 LP)

Ergänzungsmodul V – Theorie und Praxis der musikwissenschaftlichen Edition I (5 LP)

Ergänzungsmodul V – Theorie und Praxis der musikwissenschaftlichen Edition II (5 LP)

Letzte Änderung: 08.05.2017
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